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Wie du deine Finanzen im Griff behältst


Wie du deine Finanzen im Griff behältst: Eine gute Planung bewahrt dich vor unangenehmen Überraschungen.


Du hast keinen Plan, wofür du dein Geld genau ausgibst? Du weißt nur, es reicht nie. Du würdest gerne mehr sparen oder auch investieren, aber dafür hast du kein Geld übrig. Wovon du im Alter mal leben sollst – daran willst du lieber gar nicht erst denken. Macht ja eh keinen Sinn, denn zu finanzieller Freiheit wirst du es mit dem Bisschen, das du hast, sowieso nie bringen.


Tatsächlich braucht es bei Weitem nicht so viel, wie du vielleicht denkst, um finanziell freizuwerden. Wohlstand ist nichts, was du nur durch ein hohes Einkommen oder ein üppiges Erbe erreichen kannst!


Im Gegenteil. Es sind deine kleinen täglichen Entscheidungen und Gewohnheiten, die über die Zeit einen unglaublichen Unterschied machen. Auf deinem Konto, aber auch in jedem anderen Lebensbereich. Lass mich erklären!


Ein Haushaltsbuch führen


Zunächst musst du genau wissen, wie viel Geld du genau einnimmst und ausgibst. Das gute alte Haushaltsbuch unterstützt dich dabei. Tracke jede einzelne Ausgabe und Einnahme über einige Monate hinweg. Ich empfehle dir aber, das Haushaltsbuch ab jetzt für den Rest deines Lebens zu führen.


So gehst du vor:


  • Entweder verwendest du eine App, eine Excel-Tabelle, ein vorgefertigtes Haushaltsbuch oder du erstellst selbst eins. Wichtig ist, dass du gerne damit arbeitest. Also überlege, welches Design, etc. dich anspricht.

  • Notiere sämtliche Einnahmen und Ausgaben, auch wenn es sich nur um wenige Euro für einen Coffee to go handelt. Wenn du an fünf Tagen in der Woche einen Kaffee für 2,50€ kaufst, sind das 12,50€ in der Woche und 50€ im Monat. Viele kleine Ausgaben akkumulieren sich zu großen. Anders ausgedrückt: Kleinvieh macht auch Mist.

  • Verschaffe dir über drei bis sechs Monate hinweg einen Überblick darüber, wofür du Geld ausgibst.

  • Dann ziehe deine Schlüsse daraus. Wo kannst du sparen?


Wie du sofort mehrere Hundert Euro im Monat sparen kannst


Der tägliche Coffee to go, das Abo im Fitnessstudio, das du nie nutzt, überteuerte Versicherungs- oder Handyverträge, zu hohe Beiträge für Strom und Gas. Diesen ganzen Kram brauchst du nicht wirklich. Du kannst sofort darauf verzichten oder günstigere Alternativen finden.


Statt teuren Kaffee unterwegs zu kaufen, bereite ihn zu Hause zu und nimm ihn in einem schönen To-go-Becher mit. Wenn du selten bis nie ins Fitnessstudio gehst, kündige dein Abo. Geh stattdessen laufen. Besorg dir Gewichte für das Training zu Hause. Du brauchst nicht viel und kannst allein mit deinem Körpergewicht beeindruckende Ergebnisse erzielen. Anleitungen findest du in unzähligen YouTube-Videos.


Manche Versicherungen sind unentbehrlich, genauso wie ein Handy. Statt aber alte teure Verträge weiterzuführen, lohnt sich eine regelmäßige Überprüfung deiner Tarife. Auf Check24 findest du die günstigsten Angebote für Mobilfunk, DSL und Versicherungen. Zudem kannst du herausfinden, wo du deinen Strom* am preiswertesten beziehen kannst.


Frag dich bei Abos und sonstigen regelmäßigen Ausgaben, ob du das wirklich brauchst. Wie oft gehst du beispielsweise im Restaurant essen? Halbiere die Häufigkeit deiner Restaurantbesuche und koche selbst. Gemeinsam mit Freunden oder deinen Lieben kochen macht mindestens genauso viel Spaß wie ein Restaurantbesuch. Es ist aber deutlich günstiger. Und mit ein bisschen Kocherfahrung schmeckt Selbstgemachtes auch wesentlich besser.


Mit wenigen Änderungen sollte es dir problemlos möglich sein, sofort mehrere Hundert Euro freizumachen, die du sparen oder investieren kannst. Besonders wenn du noch keinen Notgroschen besitzt, solltest du dir schnellstmöglich einen zulegen. Das ist ein Geld, welches dich gegen unvorhergesehene Ereignisse schützt. Falls deine Waschmaschine den Geist aufgibt oder eine größere Autoreparatur anfällt, kannst du diesen Ereignissen mit einem Notgroschen auf der hohen Kante gelassen entgegenblicken.


Die 75-15-10-Regel


Wenn du langfristig deine Finanzen im Griff haben möchtest, empfiehlt sich die 75-15-10-Regel. Diese besagt, dass du 75 % deines Einkommens ausgibst, 15 % investierst und 10 % sparst. Wenn du schneller zu Wohlstand gelangen möchtest, teilst du Gehaltserhöhungen nur auf Investitionen und Ersparnisse auf, ohne gleich mehr auszugeben.



Mit der 75-15-10-Regel baust du langfristig Vermögen auf: 75% deiner Einnahmen gibst du aus, 15% investierst du und 10% sparst du.


Damit du es überhaupt schaffst, Geld auf die Seite zu legen, solltest du stets dich selbst zuerst bezahlen. Das bedeutet: Du sparst nicht, was am Ende des Monats übrigbleibt. Meist bleibt nämlich nichts mehr übrig. Stattdessen buchst du am Anfang des Monats, sobald dein Geld auf deinem Konto eingeht, deine Spar- und Investitionsbeträge ab und verwahrst diese auf anderen Konten, nicht auf deinem Ausgabenkonto.


BEZAHLE DICH SELBST ZUERST.

Einige Gedanken zum Sparen


Du kannst nicht gegen die Inflation ansparen. 10.000€ hatten 2013 mehr Kaufkraft als 2023. Und sie werden 2033 weniger Kaufkraft haben als 2023. Früher galt ein Millionär als unendlich reich, heute ist es der Milliardär. Selbst auf einem Tages- oder Festgeldkonto erhältst du nicht genug Zinsen, um die Inflation auszugleichen.


Deshalb ist es so wichtig, nicht einfach nur zu sparen. Sparen ist sinnvoll, um einen Notgroschen anzulegen. Oder um genügend Bargeldreserven auf der Seite zu haben, wenn sich eine gute Investitionsgelegenheit auftut. Nur wenn du dein Geld investierst, sicherst du dich langfristig gegen die Inflation ab.


Wie viel Geld sollte man sparen?


Wenn du angestellt bist, sollte dein Notgroschen drei bis sechs Monatsausgaben betragen. Wenn du noch in deinen Zwanzigern bist und gerade zu arbeiten begonnen hast, reichen drei Monatsausgaben. Du bist noch jung und hast genug Zeit, Verluste auszugleichen. Gleichzeitig trägst du in diesem Alter weniger Verantwortung, weil du noch keine Familie oder große finanzielle Verpflichtungen hast.


Anders sieht die Sache aus, wenn du in deinen Dreißigern oder Vierzigern bist und bereits Kinder hast und vielleicht eine Immobilie abzahlst. Jetzt darf dein Notgroschen auch gerne neun Monatsausgaben umfassen.


Vor ganz anderen Risiken stehst du, wenn du selbständig bist. Solltest du ernsthaft erkranken oder sollte die Auftragslage anhaltend mau sein, verschafft dir ein Notgroschen von zwölf Monatsausgaben genügend finanziellen Freiraum.


Dein erstes Sparziel ist, einen Notgroschen von drei bis zwölf Monatsausgaben aufzubauen – je nach persönlicher Risikotoleranz und abhängig von deiner aktuellen Lebenssituation.


Dieses Geld solltest du ausschließlich für Notfälle verwenden. Wenn du etwas entnimmst, füllst du es so schnell wie möglich wieder auf.


Wenn dein Notgroschen steht, sparst du aber weiterhin 10% deines monatlichen Einkommens. Mit diesem Geld kannst du Anschaffungen tätigen oder dir Träume erfüllen, ohne dich verschulden zu müssen.


Merke: Vermögende Menschen nehmen nie Konsumkredite auf!

Vermeide die „Buy now pay later“-Falle!


Wir leben in Zeiten unmittelbarer Bedürfniserfüllung. Wenn wir etwas wollen, muss es sofort sein. Kaum jemand hat mehr Geduld zu warten. Genau hier setzen die „Jetzt kaufen, später bezahlen“-Angebote an. Sie versprechen dir unmittelbare Bedürfnisbefriedigung. Und ermöglichen dir den ersten Schritt in die Schuldenfalle.


Wenn meine Oma etwas wollte, hat sie darauf gespart. Manchmal über Monate, manchmal über Jahre hinweg. In einem schlichten Umschlag legte sie jedes Mal am Zahltag Geld zur Seite, bis sie genug für die Anschaffung beisammen hatte. So konnte sie sich ihre Wünsche erfüllen, ohne dafür einen Kredit aufzunehmen.


Und wie funktioniert das heutzutage? Egal, was du im Internet kaufst – beim Zahlen wird dir immer auch angeboten, erst in 30 Tagen oder am besten gleich ganz bequem per Raten über 12 Monate hinweg zu zahlen.


Was passiert da?


Nehmen wir an, du möchtest dir ein Paar Schuhe für 120 € kaufen. Du hast die 120 € auch parat. Aber jetzt wird dir angeboten, statt sofort 120 € zu zahlen, den Betrag stattdessen in zwölf monatlichen Raten à 11,99 € zu begleichen. Du denkst dir: Genial! Nur 11,99 € statt 120 €. Und 11,99 € im Monat merkst du ja gar nicht!


Ja. Nur bleibt es dann eben nicht bei 12,99 €. Denn nun hast du statt der geplanten 120 € nur 11,99 € ausgegeben. Somit sind ja noch knapp 110 € verfügbar. Also kaufst du dir noch eine neue Jeans und ein neues Oberteil. Auch hier wieder das gleiche Spiel: Statt sofort zu zahlen, kannst du „ganz bequem“ monatliche Ratenzahlungen wählen.


Ehe du dich versiehst, hast du drei monatliche Ratenzahlungen an der Backe für die nächsten 12 Monate. Einerseits werden dafür Zinsen fällig. In unserem Beispiel für die Schuhe sind das insgesamt 23,88€. Du zahlst also wesentlich mehr, als wenn du die Schuhe gleich gekauft hättest. Andererseits hast du nun Zahlungen über die nächsten Monate zu bestreiten, die deine Liquidität reduzieren.


Wenn du nach und nach immer mehr Dinge auf Raten kaufst, summieren sich diese Raten zu einem hohen Betrag und du kannst sie schlimmstenfalls nicht mehr bedienen. Wenn dann noch deine Waschmaschine kaputtgeht, ist die Katastrophe perfekt.


Wenn du nicht zwei davon kaufen kannst, kannst du dir auch eines nicht leisten!


Diese Aussage stammt von Jay-Z, dem weltbekannten Rapper und ersten Hip-Hop-Milliardär. Aktuell gehört er zu den reichsten Amerikanern. Alles, was er hat, hat er sich selbst erarbeitet. Seine Herkunft war bescheiden. Dank seines genialen Geschäftssinns hat er sich nach ganz oben gearbeitet.


Viel Zeug zu besitzen, ist in unserer Gesellschaft ein Statussymbol. Nur gibt es einen Haken an der Sache: Sobald du dir das teure Auto, die Luxusuhr oder die Villa am Strand leistest, ist dieses Geld nicht länger auf deinem Konto und arbeitet nicht mehr für dich, indem es z.B. Zinsen erwirtschaftet.


Menschen kaufen viel zu häufig Dinge, die sie sich nicht leisten können und enden in Schulden, aus denen sie nur schwer oder gar nicht mehr herauskommen. Der simple Ratschlag von Jay-Z „Kauf dir erst dann etwas, wenn du genug Geld übrighast, um es dir ein zweites Mal zu kaufen“ bewahrt dich vor einem Totalverlust.


So bist du weiterhin liquide und kannst deine Rechnungen bezahlen. Wenn sich gute Investitionsmöglichkeiten auftun, kannst du zuschlagen. Und unbezahlbar: Du kannst weiterhin ruhig schlafen.


Bei kleineren Anschaffungen gehe ich noch einen Schritt weiter und handle nach dem Grundsatz: „Wenn du dir nicht fünf davon kaufen kannst, kannst du dir auch eines nicht leisten.“ Wenn du so denkst, gibst du nicht zu viel Geld für unnötige Dinge aus. Dann tut es auch ein Paar Schuhe für 100€ statt der Designer-Version für 500€.


Es fällt dir schwer, auf all die glänzenden Objekte da draußen zu verzichten? Sieh es doch so:


Bevor du alle anderen reich machst, mach dich zuerst selbst reich!

Wenn du dein hart verdientes Geld zu Louis Vuitton trägst, machst du damit Louis Vuitton reich – du aber bleibst arm. Deine neue Tasche für 5.000€ nutzt sich ab und weist nach einiger Zeit Gebrauchsspuren auf. Angenommen, du verkaufst deine Tasche nach fünf Jahren. Du wirst das zu einem deutlich niedrigeren Preis tun, als du anfänglich gezahlt hast. Vielleicht gibt dir jemand sogar noch 2.500€ dafür. Zum Vergleich:


Kaufst du für deine 5.000€ Aktien statt einer Tasche und diese machen im Jahr 7% Plus, hast du nach fünf Jahren 7.013€. Deine Aktien haben ohne dein Zutun 2.013€ erwirtschaftet! Investierst du deine 5.000€ im Bärenmarkt in gute Kryptowährungen, kannst du nach fünf Jahren mehrere Hunderttausend Euro, vielleicht sogar eine Million daraus machen. Von diesem Geld kannst du dir nun locker eine Tasche für 5.000€ kaufen!


Ein Auto als Investment?


Die beliebteste Frage im Cryptospace lautet vermutlich: „Wen Lambo?“ („When“ wird hier wirklich ohne h geschrieben.) Tatsächlich gibt es auch einige Menschen auf dieser Welt, die sich durch Memecoins wie Dogecoin einen Lamborghini erwirtschaftet haben.


Ist es denn schlecht, sich einen Lamborghini zu kaufen?


Nein, nicht zwingend. Wenn du nicht deine letzten 400.000€ dafür ausgibst – go for it! Siehe oben: Du solltest dir aber mindestens zwei davon leisten können, damit du dir mit deinem Lambo nicht dein finanzielles Grab schaufelst.


Bedenke auch, dass es mit der Anschaffung nicht getan ist. Dein Lamborghini kostet dich im Jahr an die 4.500€ Versicherung. Für einen großen Kundendienst kannst du in etwa die gleiche Summe veranschlagen. Dann hast du aber noch kein einziges Mal getankt!


Und wenn du deinen Lamborghini eines Tages verkaufen willst, verhält es sich wie mit deiner Louis Vuitton Tasche: Du erhältst deutlich weniger dafür, als du damals gezahlt hast. Zudem ist das Geld, das du für den Unterhalt ausgegeben hast, ebenfalls für immer weg.


Überleg dir daher bei jeglichen Luxuskäufen, ob sie sich für das bisschen mehr Status wirklich rentieren. Wen willst du eigentlich beeindrucken? Verschafft es dir einen finanziellen Vorteil, diese Leute zu beeindrucken? Und ist dieser größer als der Verlust, den du durch die Anschaffung erleidest?


Oder willst du einfach nur Menschen, die du sowieso nicht magst, mit deinen Dingen ärgern? In diesem Fall sind einige Therapiestunden beim Psychologen deines Vertrauens das definitiv bessere Investment. Schon allein, weil es sich dabei um ein Investment in dich selbst handelt. Davon hast du stets am meisten.


Autos und Uhren als Wertanlage


Es gibt einige Autos – darunter auch bestimmte Lamborghinis – und Uhren, die ihren Wert über die Zeit nicht verlieren, sondern im Gegenteil erhöhen. Welche Uhr oder welches Auto genau das Rennen machen wird, zeichnet sich jedoch nicht ab, wenn diese neu auf den Markt kommen.


Vielmehr läuft es so: Du kaufst dir eine bestimmte Uhr, weil sie dir gefällt. Irgendwann, zwanzig Jahre später, zeigt sich plötzlich: Ihr Preis hat sich verdreifacht. Es ist aber keineswegs eine Regel, dass jede Rolex oder Jaeger-LeCoultre ihren Wert über die Zeit dramatisch erhöht.


Deine Finanzen im Griff mit dem Fünf-Konten-Modell


Um langfristig die Kontrolle über deine Finanzen zu behalten und Wohlstand aufzubauen, musst du jedem Euro eine klare Aufgabe zuweisen. Setze deshalb die großen Kategorien fest, in denen du dein Geld aufteilen möchtest.


Das Fünf-Konten-Modell ist der Klassiker für die kluge Finanzverwaltung. Es gibt aber auch Varianten mit nur drei Konten bis hin zu sieben und mehr Konten. Arbeite mit so vielen Konten, wie es für dich sinnvoll und übersichtlich ist.


Eine mögliche Aufteilung wäre diese:


1. Ausgaben 50 %

2. Langfristiges Sparkonto 10 %

3. Investitionen 15 %

4. Wünsche 15 %

5. Spaß 10 %


Es gibt hier kein Richtig und Falsch. Wichtig ist, dass deine individuelle Aufteilung zu dir und deiner Lebenssituation passt. Wenn du Extrakonten für Wünsche und Spaß führst, weißt du immer genau, wie viel du in den jeweiligen Kategorien zur Verfügung hast. Deinen Notgroschen hast du im langfristigen Sparkonto klar abgegrenzt, sodass du wirklich nur bei einem Notfall darauf zurückgreifen musst.



Beispiel für ein Fünf-Konten-Modell: 50% Ausgaben, 15% Investitionen, 10% langfristiges Sparen, 15% Wünsche und 10% Spaß


Auf deinem Investitionskonto sammelst du das Geld, welches du monatlich, einmal im Quartal oder Halbjahr oder in deinem individuellen Rhythmus investierst. Auf dieses Konto geht dein Investitionsgeld hin, sobald dein monatliches Einkommen auf deinem Ausgabenkonto eingegangen ist.


Investitionsrate steigern: Weniger ausgeben oder mehr verdienen?


Es gibt zwei Möglichkeiten, wie du monatlich mehr sparen und investieren und damit schneller ein Vermögen aufbauen kannst. Die eine ist, weniger auszugeben. Das geht allerdings nur bis zu einem bestimmten Punkt. Leben musst du ja trotz allem noch. Essen und Unterkunft kosten auch, selbst wenn du auf kleinem Fuß lebst.


Wenn du dich in deinen Ausgaben extrem einschränkst und dir nie etwas gönnst, läufst du Gefahr, irgendwann alles hinzuwerfen. Dann kommst du sehr wahrscheinlich an den Punkt, an welchem du den Sinn hinter allem nicht mehr erkennst und dein hart angespartes Geld verprasst.


Daher solltest du nie vergessen, auch zu leben und Spaß zu haben – im Rahmen deines vorher definierten Budgets. Wenn du finanzielle Meilensteine erreichst (z.B. die ersten 100.000€), solltest du das kräftig feiern.


Die zweite Möglichkeit, mehr zu investieren und zu sparen, ist, mehr zu verdienen. An dieser Stellschraube lässt es sich wesentlich einfacher arbeiten. Deinen Einnahmen sind keine natürlichen Grenzen gesetzt.


Als Angestellter kannst du selbstverständlich nur bis zu einer bestimmten Summe verdienen. Auch als Selbständiger, der Zeit gegen Geld eintauscht, stößt du irgendwann an Grenzen. Aber du kannst einen Nebenjob annehmen oder andere Einkommensmöglichkeiten auftun.


Geduld und exponentielles Wachstum oder: ein Jahrzehnt der Einschränkung


Wenn du konservativ investierst (damit meine ich in Aktien und ETFs, nicht in Kryptowährungen), erzielst du eine durchschnittliche jährliche Rendite von 7%. Über die Zeit hinweg entfaltet der Zinseszins seine volle Wirkung.


Es fällt uns Menschen unglaublich schwer, uns exponentielles Wachstum vorzustellen, weil unser Gehirn in linearen Strukturen denkt. Nutze einen Zinseszinsrechner, um eine Vorstellung davon zu bekommen, was alles möglich ist, wenn du über mehrere Jahre hinweg diszipliniert bist.


Ein Beispiel: Du verdienst ein deutsches Durchschnitts-Nettogehalt von 2.245€. Davon investierst du monatlich 15%, also 337€ über einen Zeitraum von dreißig Jahren ganz konservativ in ETFs mit einer jährlichen Durchschnittsrendite von 7%. Am Ende hast du ein Vermögen von 381.999€ aufgebaut, wobei du insgesamt 121.320€ eingezahlt und 260.679€ Zinsen erhalten hast.


In dieser Rechnung gehen wir davon aus, dass du in den dreißig Jahren nie eine Gehaltserhöhung bekommen und deshalb auch nie deine monatliche Einzahlung erhöht hast. In den ersten Jahren sind deine erhaltenen Zinsen verschwindend gering. Aber je länger du dabeibleibst, desto stärker wachsen deine Zinsen an. Sie spielen eine immer wichtigere Rolle.


Zurecht bezeichnete Albert Einstein den Zinseszins als achtes Weltwunder. Wichtig ist, dass du ihn dir mit deinen Investitionen zunutze machst und ihn nicht selbst in Form von Krediten bezahlst!


Wenn du dich beispielsweise zehn Jahre lang extrem bei deinen Ausgaben einschränkst und das Investieren zu deiner höchsten Priorität machst, wirst du einen signifikanten Unterschied sehen. Nach und nach generiert deine Investition immer mehr Zinsen.


Fazit


Der Weg zum Vermögen beginnt mit dem ersten Schritt: Verschaffe dir einen klaren Überblick über deine Finanzen. Damit bist du den meisten Menschen heutzutage schon einen deutlichen Schritt voraus. Die Mehrheit vermeidet es, sich mit den eigenen Finanzen auseinanderzusetzen, weil sie es als unangenehm empfindet oder Angst davor hat. Es führt aber kein Weg daran vorbei, wenn du deine Finanzen im Griff haben willst!


Kontrolliere deine Ein- und Ausgaben, spare und investiere über einen langen Zeitraum hinweg. So wirst du nicht über Nacht reich. Aber über einen Zeitraum von zehn, zwanzig oder dreißig Jahren baust du dir nachhaltig Wohlstand auf, den du eines Tages sogar an die nächste Generation vererben kannst. Bis es so weit ist, kannst du noch einen sorglosen Lebensabend in Würde genießen, ohne auf eine staatliche Rente hoffen oder Flaschen sammeln zu müssen.


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